Ein aufrichtiges Namasté
Puhhh erstmal tief durchatmen…
Ich ringe diesmal mehr denn sonst um den Inhalt meiner Worte in diesem Brief an Euch.
Zu schnell mögen Worte anmaßend, esoterisch abhoben oder „realitätsfern“ in manchen Ohren klingen. Ich kann zugleich die Chance dieser außergewöhnlichen Zeit nicht verschenken.
Die Corona Pandemie gleicht einem heftigen Sturm, der über das weite Feld peitsch und kein Korn in seiner Schutzhülle hält; uns drischt bis wir nackt und beraubt unserer vertrauten Mittel inmitten unserer puren Existenz stehen.
Als ich Anfang April mit Lungenentzündung und Dauerfieber am Coronavirus erkrankt im Krankenhaus lag und mir kein Arzt Hoffnung schenken konnte – wurde ich radikal aufgeweckt.
Mein Schutzpanzer, meine alten Glaubenssätze, mein Gefühl auf mich und mein Leben kommt es nicht wirklich an, wurde zutiefst erschüttert.
Spätestens als man mir eine 80jährige an Corona erkranke Frau ins Zimmer schob, wusste ich, dass ich aufstehen und radikaler denn je mir die Frage stellen möchte: „Was ist mein Sinn in diesem Funkenschlag des Lebens auf dieser Welt?
Am Ostersonntag 2020 stand ich das erste Mal seit Wochen wieder kraftvoller auf meinen Beinen, die Sonne schien durch das weit geöffnete Krankenhausfenster hinein und ich war so sensibel für diesen besonderen Tag und zutiefst dankbar für mein Leben.
Wofür bin ich wirklich DA?
Was, wenn ich die Ängste und Blockaden, die Scham mich zu zeigen ablege und mich frei(er) mache von der Angst nicht verstanden, abgelehnt oder ausgeschlossen zu werden?

Diese Schattengefühle liegen in der Kindheit begraben, weil wir es in unserer Kultur nicht für nötig halten den Kindern zu lehren, dass sie ab einem gewissen Alter NICHT MEHR EXISTENTIELL abhängig sind von Lob und Tadel, vom „lieb und brav-sein“ vom es den anderen immer recht machen, vom „ich bin nur genug, wenn ich immer noch mehr und immer noch perfekter performe.“

Ich erzähle Euch meine Geschichte, weil es mir ein Herzensanliegen ist möglichst viele Herzen zu befreien, ganz besonders die der Kinder.

Mein tiefer Wunsch ist, dass wir uns bewusstwerden, was uns wirklich lieb und heilig ist.

Ja, ich habe diese Wahrnehmungsbrille gewählt: die Pandemie ist eine riesen Chance für die Welt, uns die Krone („Corona“) der Schöpfung wieder aufzusetzen. Die weltweite Krise hat einen Riss in jedes einzelne Leben gerissen und weit mehr noch in unseren ganzen gemeinsamen Planeten.  Für viele sind die Auswirkungen sehr schmerzhaft. (Wenn ich jedes einzelne Schicksal hören und sehen müsste, würde ich es nur schwerlich ertragen können.)
Und dennoch weiß ich, dass der Schmerz ein großer und wohl nötiger Lehrer ist, ohne den wir wahrscheinlich nicht den unbequemen Weg der Veränderung gegangen wären.  Er weist uns den Weg durch den Riss hindurch tiefer nach innen zu schauen und hoffentlich zu erkennen:
Es ist nicht der monetäre Reichtum, der uns erfüllt. Es sind nicht die unermesslichen Konsumgüter, die Macht oder das Ansehen im Außen, die uns reich machen und Sinn geben.

Es ist der Schatz, der am besten Versteck der Welt begraben liegt: in uns selbst.

Hier wartet unser inneres Licht, unser unermessliches Potenzial, unsere Liebe und das tiefe Wissen, dass wir alle EINS sind.

(Im Anhang schicke ich Dir die Geschichte vom goldenen Buddha, der jahrhundertelang hinter einer Schutzschicht aus Ton vergessen wurde.)

In diesem Sinne wünsche ich Dir hell leuchtende Weihnachten, den Blick freudvoll auf das gerichtet, was glänzt, was strahlt, was möglich ist und auf die wertvolle Erkenntnis, wer oder was Dir jetzt wirklich fehlt.

Aus tiefen Herzen Namasté !

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P.S.: Die Studio News schicke ich Dir in einer extra Mail

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“In einem großen Tempel nördlich von Thailands ehemaliger Hauptstadt Sukothai stand einst eine riesige, uralte Buddhastatue aus Ton. Obwohl diese Statue sicher nicht das eindrucksvollste oder eleganteste Werk der buddhistischen Kunst Thailands war, so hatte sie doch mehr als fünf Jahrhunderte überdauert und wurde schon deshalb verehrt. Sturmwinde, Regierungen und Invasoren kamen und gingen, doch die Buddhastatue blieb.
Irgendwann jedoch bemerkten die Mönche, die sich um den Tempel kümmerten, dass die Statue erste Sprünge bekam und wohl bald würde restauriert werden müssen. Nach einer Periode besonders heißen, trockenen Wetters hatte sich einer der Risse so sehr verbreitert, dass man ins Innere der Statue schauen konnte. Einer der Mönche nahm eine Fackel und versuchte, etwas zu erkennen. Erstaunt bemerkte er einen goldenen Schimmer. Und tatsächlich entdeckten die Tempelbewohner eine der größten und schönsten Goldstatuen, die je vom Buddha in Südostasien angefertigt wurde. Nun zieht der freigelegte goldene Buddha Tausende von Pilgern aus ganz Thailand an.
Die Mönche glauben, dass das glänzende Kunstwerk unter einem Mantel aus Gips und Ton verborgen wurde, um es in Zeiten kriegerischer Konflikte vor gierigen Händen zu schützen. Ähnlich ist es mit uns selbst: Jeder von uns hat bereits schwere Zeiten durchlebt, die jedoch dazu beitragen, den uns innewohnenden edlen Kern freizulegen. Wie die Menschen von Sukhothai den goldenen Buddha vergessen hatten, so haben wir unsere wahre Natur vergessen. Meist sind wir nur mit unserer schützenden „Tonschicht“ befasst. Das wichtigste Ziel buddhistischer Psychologie aber ist es, uns den Blick hinter die Schutzschicht zu eröffnen, sodass wir unsere ursprüngliche Güte zum Vorschein bringen, die wir auch „Buddhanatur“ nennen.“

(J.Kornfield; Das Weise Herz. S. 22-23, erschienen im Arkana-Verlag)

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